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Das Glück
 




DAS GLÜCK : Der Dreißigjährige weiß, daß es das Glück gewesen ist, das dem Kind, welches dafür noch keinen Namen haben konnte, den Mund verschloß. Einmal, kurz vor seinem siebenten Geburtstag, ließ er Schneeflocken in seiner Hand zerschmelzen und erblickte in ihnen zum ersten Mal die Welt der Sterne. Als er aufsah, hatte der winterliche Wald sich in ein Gemälde verwandelt. Er trat in es ein. Nichts mehr bewegte sich, weil alles die Fülle war. An ihr teilzuhaben, dem, worin alle Erkenntnis gründet, dem Wirklichen, würde sein zu verschweigendes Leben sein. Später erkannte es sich im Geist der Landschaft und in der Form des Kunstwerks. Beides ist niemals Gegenstand, immer Grenze des Erlebens. Von dieser Grenze her jedes Wort in dem zu verankern, was über ihr ist, der Schrift, ist das Wesen der Autorschaft. Wenn von allen Dingen und Wesen der Staub der Bedeutung gehoben wäre, würden die von ihr zerbrochenen Formen als das Signum von Wahrheit unter dem Himmel des Gerichts liegen, leer wie die Gesten in Kafkas Erzählungen. Niemals mehr unvermittelt in die Zeit treten zu lassen, was dem Kind als das Paradies erschienen war, heißt, jenen Aufschub zu verwirklichen, der einzig die Schrift lesbar macht, an welcher der Autor um den Preis der Unsichtbarkeit teilhat.

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