Timo Kölling TRADITION UND TRANSZENDENZ Ideen zu einer europäischen Philosophie. Erster Band.
>>> Leseprobe [zu Ernst Jünger, Martin Heidegger und der Frage des Nihilismus und der "Linie"]
INHALT
"Was als Ja einmündete, wird als Nein ausstrahlen, was als Nein einging, ausgehn als Ja." - Franz Rosenzweig
"When I saw the shadows and starres fall around me as a boy I knew this world, all we see, be, and are, is Imperium, Empire of Nothing..." - David Michael Tibet
"In unserer heutigen Zeit kann man nur noch in der Leere des verschwundenen Menschen denken. Diese Leere stellt kein Manko her, sie schreibt keine auszufüllende Lücke vor. Sie ist nichts mehr und nichts weniger als die Entfaltung eines Raums, in dem es schließlich möglich ist, zu denken." - Michel Foucault
"Und, o Phaidon, wäre das nun nicht ein Jammer, wenn es doch wirklich wahre und sichere Reden gäbe und die man auch einsehen könnte, wenn einer, weil er auf solche Reden stößt, die ihm bald wahr zu sein scheinen, bald wieder nicht, sich selbst nicht die Schuld geben wollte und seiner Kunstlosigkeit, sondern am Ende aus Mißmut die Schuld gern von sich selbst auf die Reden hinwälzte und dann sein übriges Leben in Haß und Schmähungen gegen alle Rede hinbrächte und so der Wahrheit und Erkenntnis der Dinge verlustig ginge? - Beim Zeus, sagte ich, ein großer Jammer." - Platon
Einleitung
Erster Teil DIE LEGE DES GRUNDES
I. Abschnitt: Vom Nichtwissen, was Welt sei. Das Ende der Metaphysik als ihre totale Herrschaft.
II. Abschnitt: Der mundus revelatus des Mittelalters und der mundus absconditus der Neuzeit. Die Fiktion der Erklärbarkeit.
III. Abschnitt: Die Zwiegesichtigkeit der abendländischen Metaphysik und ihre Vollendung im Nihilismus als Reduktion des Seins auf den Wert. Das Sein als Abwesenheit.
IV. Abschnitt: Kant und die kopernikanische Wende in der Philosophie. Das Subjekt als Ort einer Erkenntnis a priori.
V. Abschnitt: Von der Subjektität. Kants Neubegründung der Metaphysik als Ermöglichung der philosophischen Frage nach dem Sein: Befreiung des Seins aus den Denkformen des metaphysischen Vorstellens.
VI. Abschnitt: Grundlegung der Aufgabe: eine neue Deutung des Seins und des Seienden im Ganzen von nicht mehr metaphysischer Art. Die naturwissenschaftlichen Voraussetzungen der kantischen Philosophie und die metaphysischen Voraussetzungen der Mechanik. Der Grundgedanke der aristotelischen Metaphysik.
VII. Abschnitt: Das cogitare des ego. Die Herrschaft der Subjektivität als Herrschaft des Vorstellens über das Denken.
VIII. Abschnitt: Überwindung des Naturalismus. Kleiner metaphysikgeschichtlicher Abriß: Die Grundfrage der Metaphysik im Spiegel der europäischen Philosophiegeschichte. Das Problem des Panentheismus. - a) Von den Vorsokratikern bis zum Mittelalter - b)Der transzendentale Idealismus Kants - c) Der phänomenologische Neuansatz - d) Der Nihilismus und das Denken der »Kehre«. Die Kategorie der Geschichtlichkeit.
IX. Abschnitt: Mathematische und Vernunfterkenntnis in Kants Kritik der reinen Vernunft. Der Empirismus als Bedingung der Möglichkeit der Frage nach dem Sein. Die Absolutheit des Systems. Rationalismus und Irrationalismus.
X. Abschnitt: Subjektität und Objektivierung des Subjekts in der nachkantischen Philosophie.
XI. Abschnitt: Das »Leben« als »Wert«. »Nicht leben, um zu arbeiten, sondern arbeiten, um zu leben«. Entfremdung und Technik. Die Frage der »Wiederaneignung«; die Technik als »Wille« und das Unendliche.
XII. Abschnitt: Kants Transzendentalisierung der rationalistischen Auffassung von Raum und Zeit und die Frage nach einem ursprünglichen Zeitbegriff. - a) Kants Transzendentalisierung der rationalistischen Auffassung von Raum und Zeit. - b) Die Frage nach einem ursprünglichen Zeitbegriff.
XIII. Abschnitt: Das Sein als »Heimat«. Die »Annäherung« als Aufhebung der Entfremdung ohne »Wiederaneignung«. »Topos« und »Chora«.
XIV. Abschnitt: Rückbettung der Grundlegung in das horizontale Ganze. Das arche-Denken der Vorsokratiker und der heraklitische Logos als Transzendenz. Transzendenz und Zeit als Grund zur Seinsfrage.
XV. Abschnitt: Der ursprüngliche Sinn des Satzes vom Widerspruch. Von der Teilhabe. Der Nihilismus der ewigen Wiederkunft; zyklische und äonische Zeit.
XVI. Abschnitt: Heideggers Abbruch des Entwurfs von Sein und Zeit. Die Stellung des Systemgedankens in Heideggers Werk. Die »Kehre« als Umschlag des Systems in das Unsystematische. Das Sein als Ereignis und die Frage nach dem Wesen des Begriffs.
XVII. Abschnitt: Hegels Theorie des zu realisierenden Begriffs. Die »auftretende Wissenschaft« als Weg des Bewußtseins durch seine Gestalten. Die dialektische Negativität des sich vollbringenden Skeptizismus. Wesens- und Begriffslogik, Substanz und Subjekt. Das System als der dialektische Boden der Seinsfrage. Vorblick: das dichterische Wort als Gefäß.
XVIII. Abschnitt: Heideggers Auslegung von Hegels Begriff der Erfahrung. Die Herrschaft der traditionellen Auslegung des Begriffs und ihr Ursprung in der griechischen Philosophie. Metaphysik und Überwindung der Metaphysik in Hegels Denken.
XIX. Abschnitt: Der heraklitische Hintergrund der platonischen Ideenlehre. Die frühgriechische Erfahrung der Unbeständigkeit aller Dinge. Geschichtliche Wahrheit und Klassik. Die Frage nach Sein und Nicht-Sein als Geburt des Abendlandes. Die Geburt der Ethik aus dem Geist der Ontologie. Die Stellung der Paideia in Platons »Staat«. Das Selbstopfer der Urkönige und die Forderung nach Philosophenherrschaft. Der religiöse Gesamthorizont des griechischen Daseins.
XX. Abschnitt: Philosophische und religionswissenschaftliche Fragestellung. Einheit von induktivem und deduktivem Verfahren. Das Problem des Religiösen als Quelle der Erkenntnis. Das hermeneutische Vorverständnis. Das »dialektisch Formale« und die methodische Ausklammerung eines materiellen Verständnisses von Subjektität.
XXI. Abschnitt: Probleme und Voraussetzungen einer Philosophie der Geschichte. - a) Zum Wesen der philosophisch-geschichtlichen Wahrheit. - b) Kurze Zusammenfassung des zurückgelegten Weges; Eröffnung des geschichtlichen Zusammenhanges. Aristotelische Linke und Rechte. Die Entstehung der »Bedeutung« aus der Zeitlichkeit der Rede und des Daseins überhaupt nach Heideggers »Sein und Zeit«. Aristoteles und der ametaphysische Grund der Metaphysik. Verankerung der Erörterung in der ontologischen Differenz. - c) Zureichende Bestimmung des Seins als Rückkehr des europäischen Geistes zu sich selbst. - d) Die philosophische Spekulation und ihre Reduktion auf Reflexion. Die Grundgestalt der Verkehrung. - e) Philosophie und Liturgie. Die Grundgestalt der dialektischen Aufstufung.
Überleitung zum zweiten Teil UEBERWINDUNG DER AESTHETISCHEN ANSCHAUUNG
Zweiter Teil INCIPIT ZARATHUSTRA Versuch über die Grundbedingungen des Philosophierens in der Postmoderne
I. Abschnitt: Zarathustra und der »letzte Mensch«. Denken als Überschreiten (Bloch). Der Mensch und die Schatten des toten Gottes. Der Gedanke einer Dialektik der Aufklärung. Die Vorherrschaft der Vita activa und der Standpunkt der »reinen Praxis«.
II. Abschnitt: Die »Umkehrung des Platonismus«: Nietzsches Einsicht in die Relativität der Wahrheit aus dem Geist der Umwertung von »Gut« und »Böse«. Die psychologische Ausgangsstellung Nietzsches; Annäherung an die Tiefenschicht in seinem Werk.
III. Abschnitt: Die »Herkunft des Logischen«. Die traditionelle Lehre vom Begriff und der Skeptizismus. Die Idee einer »fröhlichen Wissenschaft«. Nietzsches Interpretation der bisherigen Philosophie als »Mißverständnis des Leibes«. Die psychologische Gedankenfigur der Verdrängung. Kants »Schleichweg zum Ideal« und Nietzsches Verteidigung der »Lust« gegen die »Pflicht«.
IV. Abschnitt: Der »freie« und der »willkürliche« Mensch (Martin Buber). Zarathustras »stillste Stunde«. Die Lehre von der ewigen Wiederkunft des Gleichen und das Inspirationserlebnis des August 1881. Die Tiefenschicht in Nietzsches Werk als »System«.
V. Abschnitt: Ästhetische Bestimmung der »Tiefe« aus dem Verhältnis von »Sein« und »Bedeutung«, »Symbol« und »Allegorie«. Der Dichter und der Poet, Gestaltung und Gefühl; Rilkes Entgegensetzung von »Liebe« und »Wille«. Georges Auffassung der Kunst als »Weltwerdung des Geistes«. Klassik, Klassizismus und Romantik. Die romantische »Einheit der Gegensätze« als sophistischer Trick des »letzten Menschen« und die »größte Kluft«. Nietzsches Denken in Widersprüchen und das widerspruchfreie »Verstehen« der Masse. Philosophische Verachtung des wünschenden Menschen.
VI. Abschnitt: Herzustellende Totalität jenseits der »Einheit der Gegensätze«. Das »Herstellen« als »Gestell« und als »Ahmung«. Die Tiefenschicht in Nietzsches Werk als der noch verborgene Gang des neuzeitlichen Philosophierens selber und im ganzen. Die dialektische Aufstufung als »Einverleibung« und als »Macht« und die ewige Wiederkunft als »Hammer« in der Hand des Nihilisten.
VII. Abschnitt: Die dialektisch ergriffene Seinsgestalt und die Abirrung von ihr. Die Versuchung des absolut gesetzten Scheins und die Vernichtung der Geschichte in ihm. Der geschichtsphilosophische Begriff des Absoluten.
VIII. Abschnitt: Das »Wesen des Menschen« und das Problem einer »Grundlegung aus dem Ich« - a) Die Anthropomorphismusfrage als Folge des undialektisch vom Subjekt her begriffenen Seins: Heideggers »Geviert« als Anknüpfung an das Programm Schellings, Natur und Freiheit zusammenzudenken / Heideggers Besinnung auf Goethes Vers »Über allen Gipfeln ist Ruh« / Würdigung des nicht Verstehbaren / Die Subjektivität als Prinzip des Erfahrens und Auslegens und Heideggers Darstellung der für die Neuzeit konstitutiven Wandlungen griechischer Grundbegriffe / Der Anthropomorphismus als Folge der »Vorhandenheit« und der Entfremdung; »rudimentäre Psychologie des religiösen Menschen« nach Nietzsche / Ernst Cassirers »animal symbolicum« als Zementierung der Weltfremdheit und die idealistische Frage nach dem Anthropomorphismus als möglicher Ausweg »in das Sein« / Hölderlins Vers »Lang ist die Zeit, es ereignet sich aber das Wahre«; Stellung Fichtes. - b) Jenseits der Anthropologie: Ausgangsstellung einer Philosophie der Tradition und der Transzendenz. Der Mensch als »das nicht festgestellte Tier« (Nietzsche), als der »Antiquierte« (Anders), als der Verschwundene (Foucault) und als das vom Absoluten her begriffene Sein.
IX. Abschnitt: Die Grundgestalt der Verkehrung als Folge des Eindringens ästhetischer Reflexion in die philosophische Besinnung - a) Gadamers Konzeption der »ästhetischen Nichtunterscheidung« und die »Eigengesetzlichkeit der ästhetischen Erfahrung« - b)Das Übergreifen der Verkehrung auf die Praxisphilosophie: Die »Überwindung der subjektzentrierten Vernunft«. [Der Irrationalismus der »reinen Praxis«; die praxisphilosophische Auseinandersetzung mit Hegel / Habermas´ Idee der kommunikativen Vernunft / Der Abbruch des Diskurses und die Dialektik der Aufklärung / Nietzsches »toller Mensch« / Die Morgenröte der Neuzeit / Die Grundfrage des Entwurfs von Tradition und Transzendenz / Rückgriff auf die Lege des Grundes; Hegels »neuer Gegenstand« als das »Wahre« und als Heideggers »Sein« / Der geistesgeschichtliche Bruch nach 1830 als philosophisches und als literarisches Phänomen / Die Lehre Stefan Georges in der Darstellung Friedrich Gundolfs / Das »Wahre« als »Begegnung« (Martin Buber) / Phänomenologie als das Subjekt verwandelnde (Hegel) und als das Subjekt absolut setzende (Husserl).]
X. Abschnitt: Hegels dialektische Methode und ihre marxistische Aneignung. - a) Der Grundsatz aus der Vorrede zur Rechtsphilosophie als Prinzip der dialektischen Methode / Die »seiende« Dialektik der Natur (Hegel) und die »werdende« Dialektik der Geschichte (Marx) / Der »Mensch« als metaphysische Zwischenebene und als Kern der marxischen Projektion / Der Mensch als »Gattungswesen« / Der »Leitfaden« der Kritik der politischen Ökonomie / Die Differenz zwischen Marx und Engels als eigentlicher Bruch im Denken des neunzehnten Jahrhunderts / Der Ursprung der bloßen »Weltanschauung« in der prozessualen Weltdeutung; die Diskrepanz zwischen der fundamentalen Unsicherheit des menschlichen Handelns und dem Postulat einer »objektiven Geschichtstendenz« / »Staat« und »System« / Das Wesen der menschlichen Freiheit als Dreh- und Angelpunkt des marxischen Philosophierens. - b)Marx´ philosophische Grundaussage und ihr philosophiegeschichtlicher Hintergrund: Bewußtsein und gesellschaftliches Sein des Menschen; »naive« und »kritische« Phase der Thematisierung des Verhältnisses von Denken und Sein / Die Rolle des Bewußtseins in der Philosophie: die Standpunkte Kants, Fichtes, Hegels / Die uneingeholte Höhe des hegelschen Philosophierens; Gegensatz von Vernunft und Reflexion; Hegels Fichte-Kritik / Geschichtsphilosophische These; Ausblick und Eröffnung des systematischen Rahmens.
XI. Abschnitt: Der »andere Marxismus«: Walter Benjamin und Jacques Derrida. Identität und Differenz. Die Differenz als »Zwischen«: zur Bedeutung der Ontologie Martin Bubers. Rückkehr zu Nietzsche: die Tiefenschicht als Ankünftige. Repräsentation - Reproduktion - Revokation. Incipit Tragoedia, Incipit Zarathustra!
Dritter Teil DAS PANOPTIKUM DER PHÄNOMENOLOGIE ALS ENDGESTALT DER METAPHYSIK
I. Abschnitt: Husserls Phänomenologie als Egologie; Wendung gegen Kant / Das phänomenologische Subjekt als extramundane Subjektivität / Der Weltbezug der Subjektivität als »konstituierende Intentionalität« / Der phänomenologische Begriff von Transzendentalität / Der unbedachte Widerstreit von Wissenschaft und Subjektivismus in der Phänomenologie.
II. Abschnitt: Objektivistische Wendung gegen den Subjektivismus und seine Erscheinungsform als Psychologismus / Brentanos Psychologie der Intentionalität / Husserls Wendung dagegen als Wendung gegen die Subjektivierung der kantischen Transzendentalphilosophie.
III. Abschnitt: Husserls Entwurf einer »reinen Logik«; die »Logischen Untersuchungen« (1900/01) / »Idealistische« Wendung gegen den Relativismus / Die 5. Logische Untersuchung: Erschließung der Subjektivität innerhalb der objektiven Logik / Subjektivität als Intentionalität; Intentionalität als Vorstellung / Kritik am Objektivismus; der phänomenologische Begriff des »Erlebnisses« / Das »Phänomen« der Phänomenologie: die dynamische Einheit des Bewußtseins als »intentionale Materie«.
IV. Abschnitt: Die phänomenologische Welt der Subjektivität und die Wahrheit der Konstitution / Die »Wendung von der psychologisch-erfahrungswissenschaftlichen Einstellung in die phänomenologisch-idealwissenschaftliche« als »phänomenologische Reduktion« / Der Ausgangspunkt: die »Welt der natürlichen Einstellung« / Die Epoché: Ausschaltung der Generalthesis der Welt / Notwendigkeit der Gesamtdarstellung.
V. Abschnitt: Die »Ideen zu einer reinen Phänomenologie und phänomenologischen Philosophie« (1913) / Erster Abschnitt: »Wesen und Wesenserkenntnis« / Erste Erwähnung der Epoché / Erschließung des Eidos; die »gebende« Wesenserschauung: originäre und nicht-originäre, adäquate und inadäquate / Phänomenologische Seinsaussage; Bedeutung des Rückgriffs auf Descartes / Husserls ursprünglicher Begriff des »Positivismus«; Rolle der Intuitition und das »Prinzip aller Prinzipien«.
VI. Abschnitt: Das systematische Kernstück der »Ideen«: »Die phänomenologische Fundamentalbetrachtung« (Zweiter Abschnitt) / Der Unterschied zwischen der phänomenologischen Ausschaltung der Generalthesis und dem Universalzweifel des Descartes / Von der Evidenz des Auszuschaltenden / Das reale Nichtwissen als der Husserl selbst verborgene Sinn von »Ausschaltung« oder »Einklammerung« / Das Eigensein des Bewußtseins als »phänomenologisches Residuum« / Eidetische und phänomenologisch-transzendentale Reduktion / Von der Objektivität des »Erlebnisstroms« / Sein als Ding und Sein als Erlebnis / Der »Erlebnisstrom« als zeitlicher.
VII. Abschnitt: Zur Phänomenologie des inneren Zeitbewußtseins / Das Sein des Erlebnisses als Sein des Absoluten: phänomenologischer Ausschluß des Inadäquaten / Die Fortgeltung der eidetischen Reduktion im System der spezifisch phänomenologischen; der »Neuansatz« im Spätwerk der »Cartesianischen Meditationen« (1930) / Das eidetische ego als bloße Reproduktion des mundanen; die eidetische Variation als Ausgleich zwischen früher und mittlerer Phase / Mögliche Sinnlosigkeit der Reduktionen.
VIII. Abschnitt: Das »Wesensgesetz« der phänomenologischen Anschauung: die Zweifellosigkeit des »leibhaft gegebenen Erlebnisses« / Immanenz und Transzendenz / Das »absolute Bewußtsein« als »Residuum der Weltvernichtung« und als »Grundfeld der Phänomenologie«; Umkehrung der Seinsrede; Notwendigkeit des materiellen Aufweises der phänomenologischen Bewußtseinssphäre / Die »Ausschaltung« als »Umwertung«; die Kategorie des »Sinnes« / Unterschied zur Transzendentalphilosophie; Eugen Finks Verteidigung der Phänomenologie gegen den »Kritizismus« / Ineinssetzung von Absolutem und Erlebnisstrom als Grundthesis der Phänomenologie.
IX. Abschnitt: Zur Frage der Ununterschiedenheit von faktischem und Eidos ego in den »Cartesianischen Meditationen« / Das Eidos ego als Selbstmodifikation des faktischen und das faktische als Modifikation des Eidos ego; Nivellierung des Eidos / Der zentrale Begriff der »Konstitution« und der Schritt dorthin als Umschlag von der eidetischen zur transzendentalen Betrachtungsweise / Offen gebliebene Fragen: die Frage der »Ausschaltung des reinen Ich«; die Frage der Transzendenz Gottes; die Frage der »Ausschaltung der reinen Logik als mathesis universalis«; der Grundsatz der Philosophie überhaupt.
X. Abschnitt: Konstitution kraft »Mehrmeinung« / Das Einbrechen der Differenz in die erlebte Gegenwart und die Versöhnung der Differenz in der sich zeitigenden Zeit / Die Sanktionierung des Historismus aus dem Geist der Egologie und die Verdrängung des Spektralen / Vorblick: der Geschichtspantheismus; Rückfall des philosophischen Denkens in die bloße Weltanschauung.
XI. Abschnitt: Das Problem einer egologischen Konstitution von Intersubjektivität / Eugen Finks Apologie / Der Schlüssel zur Einsicht in das Scheitern der Phänomenologie: die unzulässige Grenzüberschreitung eines egologischen Vorblicks in die »konstitutiven Tiefenschichten des transzendentalen Lebens«.
XII. Abschnitt: Der Ansatz der 5. Logischen Untersuchung: Aufweis der intentionalen Materie / Drei Begriffe von »intentionalem Inhalt« / Die intentionale Materie als »Vorstellung« und als Beantwortung der Frage nach dem Wesen des metaphysischen Grundes / Der Ansatz der »Ideen«: die Aktmaterie des Vorstellens als »Reflexion« / »Die geheime Sehnsucht der gesamten neuzeitlichen Philosophie« / Die Absolutheit der Epoché und das Grundproblem der Reflexionsstruktur / Die Herrschaft des ego-cogito innerhalb der Einheit ego-cogito-cogitatum.
XIII. Abschnitt: Die Einheit ego-cogito-cogitatum als phänomenologische Lebenswelt / Die intentionale Materie als »Leben« / »Der Weg in die phänomenologische Transzendentalphilosophie von der vorgegebenen Lebenswelt aus« (Krisis der europäischen Wissenschaften. Dritter Teil, Abschnitt A) / Wandlung der Auffassung seit den »Ideen« / Die Subjektivität als »fungierend-leistende«; die zeitliche Verfaßtheit des Erlebnisstroms / Die Einstellung »über« dem universalen Bewußtseinsleben und das neue Absolute.
XIV. Abschnitt: a) Der Rückfall der Phänomenologie in den Positivismus / Das »universale Korrelationsapriori« / Die »Ontologie der Lebenswelt«; die transzendentale Subjektivität als die der natürlichen Einstellung und das »volle konkrete Sein und Leben« als bereinigter Ausgangspunkt der phänomenologischen Forschung / Zum Verhältnis der verschiedenen Reduktionen in Husserls Werk / Die Frage nach dem Wesen des Menschen / Unterschlagene Negativität des Erkennens. Adornos Metakritik / Zwei Stufen der phänomenologischen Selbstauflösung / Das Eidos ego als formales Apriori; das Verhältnis der Phänomenologie zu Neukantianismus und Lebensphilosophie / Das unüberwundene Dogma der Phänomenologie / Zur Notwendigkeit der Relativierung der Epoché. -b)Das »Einströmen« der »transzendentalen Wirklichkeit« in »mein Seelenleben« / Das Unzureichende in Adornos Kritik: undialektische Entgegensetzung von Möglichkeit und Wirklichkeit; der uneingeholte Anfang der Phänomenologie / Zur Überwindung der undialektischen Entgegensetzung im Spätwerk Ernst Blochs; das »Künftige« des Marxismus: Kategorie des Handelns; Philosophie des »Utopischen« als »Lehre vom Wirklichen«; Zukunft der Vergangenheit und Offenheit des Systems / Undialektisch und dialektisch ergriffene Freiheit / Die Phänomenologie als Verfallsstufe des bürgerlichen Geistes / Blochs »nichtkontemplative Drehung«: das Bin des Ist und das Ist des Bin.
XV. Abschnitt: Abschließende Betrachtung von Husserls Phänomenologie / Zusammenhang der beiden Stufen der phänomenologischen Selbstauflösung anhand der 4. Cartesianischen Meditation, §§37ff. / Aktive und passive Genesis; im ego sich erhaltende Urstiftung / Rationalität und Irrationalität in der Phänomenologie; Phänomenologie als transzendentale Sinnesauslegung / Zusammenfassung des zurückgelegten Weges: vier Phasen der Entfaltung der Phänomenologie / Der positivistische Absolutismus des ego-cogito.
XVI. Abschnitt: »Die Geschichte ist das große Faktum des absoluten Seins« / Der von Husserl nicht beschrittene Weg: die Relativierung des cogito / Die Phänomenologie der Geschichtlichkeit als fünfte, die Phänomenologie selbst aufhebende Phase / Lebensweltlicher und wissenschaftlicher Wahrheitsbegriff; Wendung gegen den eigenen Traditionszusammenhang und Grunderfahrung der Entfremdung.
XVII. Abschnitt: Umkehrung des Platonismus innerhalb der Phänomenologie; ideeller Charakter des Lebensbegriffs / Diltheys Kategorie der »Bedeutung«; lebensphilosophische Ausblendung von Grenze und Tod / Die Nichtidentität von Denken und Sein; die Welt der unterschlagenen Differenz / Husserls Erlebnis im Panoptikum / Materielle Identität von Fiktion und Wahrnehmung; der »Wahrheitscharakter« des Erlebens und die Modifizierung der platonischen Unterscheidung von Sein und Schein / Die Weltlosigkeit der »Weltanschauung«, in der Phänomenologie endet.
XVIII. Abschnitt: Der Sieg der Phänomenologie im Allgemeinbewußtsein; Apollos Bilderfabrik / Die Täuschung im Panoptikum als universale und die Besinnungslosigkeit der sogenannten Geisteswissenschaften / Selbstsucht des »Erlebnisses« / Die »Kulturwissenschaften« als Zuarbeiter der Kulturindustrie; Scheinheiligkeit der Subkulturen / Interview mit einem Angestellten der Bilderfabrik / Zwangscharakter der Identität und Phänomenologie als totale Entfremdung / Das faschistische Bewußtsein / Das Panoptikum als der Ort, in dem nichts mehr verschwindet. Der Gespenstmensch.
XIX. Abschnitt: Von der Heimsuchung und dem Spiegel, in dem nichts erscheint / Nietzsches sokratische Weisheit / Hegels »Zauberkraft« und das »Leben des Geistes« / »Sein« und »Geist« als Transzendentalbegriffe / Der europäische Weg.
XX. Abschnitt:Der undialektische Nihilismus und der Primat des »Glücks« / Der Umschlag von Aufklärung in Mythologie / Der Schnitt und die Selbstbehauptung der Philosophie; Zerstörung der Bilderfabrik / Die phänomenologische Modifizierung des fichteschen Identitätssatzes zu der subjektlosen Seinsaussage / Philosophische Dekonstruktion des Meinens / Vorblick: Phänomenologie als negative Gestalt des dialektisch ergriffenen Wahren; die Wahrheit des Geschichtlichen als »integrale Tradition«.