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»Der Schwärmer tut oft sehr richtige Blicke in die Zukunft: aber er kann diese Zukunft nur nicht erwarten. Er wünscht diese Zukunft beschleuniget; und wünscht, daß sie durch ihn beschleuniget werde. Wozu sich die Natur Jahrtausende Zeit nimmt, soll in dem Augenblicke seines Daseins reifen. Denn was hat er davon, wenn das, was er für das Bessere erkennt, nicht noch bei seinen Lebzeiten das Bessere wird?« (Lessing, Die Erziehung des Menschengeschlechts, §90)

Im Eisenhut Verlag ist im August 2011 erschienen: Ernst Jünger und die Nichtvergesslichkeit. Der Autor als Schrift.

Hagen-Berchum: Eisenhut Verlag, 2011. 70 Seiten, ISBN 978-3-942090-15-5. 9,90 EUR (= Bibliotope, hg.v. Tobias Wimbauer, Band 4).

Über den Inhalt: Die am besten gehüteten Geheimnisse sind bekanntlich jene, die nicht geheim gehalten zu werden brauchen, weil sie sich von alleine verbergen. Ein solches Geheimnis ist Ernst Jüngers Lehre von der Gestalt. Je lauter ihr Botschafter von ihr sprach, desto tiefer verbarg sich ihr Sinn. Der vorliegende Essay sucht – und findet – den Schlüssel zu ihr in zwei sehr menschlichen Eigenschaften: dem Vergessen und der Lüge. Als Ernst Jünger auf die 100 zuging, behauptete er, einen Text vergessen zu haben, der zu den wichtigsten seines ganzen Werkes gehört: „Über die Linie“. Er konnte ihn aber gar nicht vergessen haben, denn Jünger war eine Gestalt, und Gestalten vergessen nichts. Sie sind die lebendigen Archive aller ihrer Hervorbringungen und haben sich schon in Schrift verwandelt, wenn ihre Mitmenschen noch glauben, sie hätten es mit Wesen aus Fleisch und Blut zu tun.

Kapitelübersicht:
I. Von der Unmöglichkeit, die »Linie« vergessen zu haben
II. Heideggers (Seins-)Frage(n)
III. Zum Ort der »Linie« in Jüngers Werk
IV. Die Nichtvergesslichkeit der Gestalt
V. Zwischen Nietzsches Kosmos und Schmitts Nomos
VI. Form und Bedeutung. Zum Thema von Hans Blumenberg
1. Säkularisierung und Metaphorologie
2. Der Platonismus missglückter Metaphern
3. Form, Substanz, Bedeutung, Schrift




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