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Letzte Aktualisierung: 23. Januar 2012. >>>eingang>>>
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EXIL (16.I.2012). Was manche von uns, uns Schreibenden, im Grab der Bedeutung Wohnenden, die wir das Zeichen sind, deutsam, im Bruch aller Zeichen, mit allen Zeichen, – was manche von uns, uns Schriftlosen, inniger vergessen haben, als ein einziger von uns je es wusste: dass, wie Lukács sagt, die Problematik der Romanform das Spiegelbild einer Welt ist, die aus den Fugen geriet, doch wann? Was jetzt sich rächt in der heillosesten aller Behauptungen, jener nämlich, dass die Wahrheit rein ästhetisch zu haben sei, und sei es in der Form der Abkehr von aller Wahrheit, ist der Sieg des Neuplatonismus über die Gnosis, auch und gerade über die schwächste, die der geringsten Kraft, über die Gnosis eines Abstands, welcher nicht mehr Zahl ist, sondern Rune. So entsteht sie, die Verbrüderung des ironisch Gebrochenen mit der Behauptung von Totalität, der Totalität eines unverlierbaren Seins ohne Umkehr. Es ist die Definition des »Existentiellen« diesseits von aller Erfahrung. Nicht den kleinsten Sprung erlaubt sich der makellos gerundete Kosmos der Gewissheit, die Existenz, Ur- und Abbild der Literatur zugleich, Inbegriff des Ästhetischen in der ganzen Nichtigkeit seiner Konstruktion, entfließe schlechthin dem Absoluten. Die erkenntnistheoretisch zwingende Kluft zwischen metaphysischem Sinn und konkreter Ordnung ist ausgeschaltet, und mit ihm die Wirklichkeit des Gebets, das in der Lyrik wiederaufstehen will und doch an ihr nur seine Grenze hat. Wir anderen aber, schriftlos im Namen der Schrift, in den Mauern des Namens, halten die Kehr. Ein Wesen vor aller Welt steht auf, wenn Stern und Stern einander begegnen in letzter Klarheit und Liebe, und das Wort, Inbegriff des Lebens, unseres, senkt als Kreuz sich in den Kosmos ein als ein Wissen, das so geheimnisvoll und ohne jedes Geheimnis da ist wie das Wissen der Schwalben, das in den Dingen wohnt, wenn sie, die Wissenden, eingezogen sind in ihr winterliches Exil.

Im April 2012 erscheint im Eisenhut Verlag: Das Wissen der Schwalben. Traumbuch

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